Conceptualization and Visualization of Tagging and Folksonomies

Lohmann, S. (2014). Duisburg, Essen.

Abstract

Tagging ist im vergangenen Jahrzehnt zu einer beliebten Methode für die Indexierung von Inhalten in interaktiven Systemen geworden. Es bietet Nutzern eine einfache und effektive Möglichkeit, immer größere Mengen digitaler Informationen für sich selbst und/oder andere zu organisieren. Das durch Tagging entstehende Vokabular wird als Folksonomie bezeichnet und kann die Suche und Erschließung von digitalen Inhalten hilfreich unterstützen. Obwohl mehrere Modelle und Repräsentationen für Tagging vorgeschlagen wurden, gibt es bislang keine umfassende Beschreibung der Konzepte und Beziehungen des Themengebiets. Zudem existiert wenig systematische Forschung im Bereich der Visualisierung von Folksonomien, so dass diese hauptsächlich in Form einfacher Wortwolken dargestellt werden. Beide Probleme bedingen sich gegenseitig, da eine präzise und konsistente Konzeptualisierung wichtige Voraussetzung für die interoperable Nutzung und Visualisierung von Folksonomien ist. Diese Dissertation setzt sich mit den genannten Problemen auseinander, indem sie eine umfassende Konzeptualisierung für Tagging und Visualisierungen für die interaktive Analyse von Folksonomien entwickelt. Zunächst wird ein Überblick über Tagging-Modelle gegeben und werden wichtige Begriffe des Themengebiets definiert. Nach einer sorgfältigen Analyse vorhandener Tagging-Ontologien wird eine konsistente und wohldefinierte Konzeptualisierung präsentiert, die kompatible Teilbereiche der betrachteten Ontologien aufgreift und vereint. Die Konzeptualisierung ist in einer standardisierten Ontologiebeschreibungssprache implementiert und ermöglicht die Nutzung skalierbarer Reasoning-Verfahren auf Folksonomien. Ausgehend von der Konzeptualisierung untersucht die Dissertation anschließend verschiedene Darstellungsformen für Wortwolken und wie sie Nutzer bei der Informationssuche unterstützen. Es werden visuelle und interaktive Erweiterungen für Wortwolken entwickelt und zu einem Analysesystem integriert, das mit maschineller Sprachverarbeitung und intuitiven Interaktionstechniken ausgestattet ist. Darüber hinaus werden vorhandene Umsetzungen der Darstellung von Folksonomien als Graphen analysisiert und schließlich eine neuartige Graphvisualisierung präsentiert, die die tag-basierte Erschließung von digitalen Inhalten ermöglicht. Die entwickelten Ansätze wurden erfolgreich in verschiedenen Kontexten angewandt. Die Konzeptualisierung kam im Wissens- und Anforderungsmanagement zum Einsatz, die erweiterten Wortwolken halfen bei der visuellen Textanalyse und die neuartige Graphvisualisierung fand in der Bildersuche und Anforderungsanalyse Anwendung. Die Beispiele zeigen die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der entwickelten Ansätze über das Themengebiet Tagging hinaus und führen zu interessanten Fragestellungen für zukünftige Forschung.

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